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Medizinisches Trauma und sexualisierte Gewalt

Vorweg

Wir sind keine Mediziner oder medizinisches Fachpersonal. Die hier bereitgestellten Informationen basieren auf öffentlich zugänglichen Quellen und persönlichen Erfahrungen und sollen medizinische Zusammenhänge verständlich vermitteln.

Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Untersuchung oder individuelle medizinische Einschätzung. Bei medizinischen Fragen oder wenn eine persönliche Aufklärung zu einer Untersuchung oder Behandlung notwendig ist, ist die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt beziehungsweise eine geeignete spezialisierte Beratungsstelle die richtige Anlaufstelle.

Was ist eine MCU?

MCU steht für Miktionszystourethrographie. Es handelt sich um eine bildgebende Untersuchung der Harnblase und der Harnröhre.

Bei einer MCU wird die Harnblase von innen mit einem Kontrastmittel gefüllt. Dafür wird in der Regel zunächst ein dünner Katheter durch die Harnröhre bis in die Harnblase eingeführt.

Über diesen Katheter wird das Kontrastmittel langsam in die Blase eingebracht. Während sich die Blase füllt, werden Röntgenaufnahmen angefertigt. So kann sichtbar gemacht werden, wie sich die Blase füllt und wie sich das Kontrastmittel innerhalb der Harnwege verteilt.

Ein weiterer wichtiger Teil der Untersuchung ist die Entleerung der Blase, also die Miktion. Auch während dieses Vorgangs können Aufnahmen angefertigt werden. Dadurch lässt sich unter anderem beurteilen, wie sich Blase und Harnröhre während des Wasserlassens darstellen.

Eine mögliche Fragestellung ist, ob Flüssigkeit aus der Blase entgegen der normalen Flussrichtung zurück in Richtung der Harnleiter gelangt. Dieser Rückfluss wird als vesikoureteraler Reflux bezeichnet.

Die Untersuchung kann also vereinfacht gesagt zeigen, was innerhalb der Harnwege während der Füllung und Entleerung der Blase geschieht.

Heller Untersuchungsraum mit Röntgenanlage, Untersuchungsliege und Monitor mit Aufnahmen von Blase und Harnwegen.

Bild KI-generiert | © UNSEENSHIFT
Bild Symbolhaft, eigentliche Geräte sind abweichend.

Was ist eine VMCU?

VMCU steht für Video-Miktionszystourethrographie.

Sie beruht grundsätzlich auf dem gleichen Untersuchungsprinzip: Die Harnblase wird über einen Katheter mit Kontrastmittel gefüllt und anschließend während der Untersuchung bildgebend dargestellt.

Bei einer VMCU können die Vorgänge mittels Röntgendurchleuchtung als fortlaufende Bildfolge beobachtet und dokumentiert werden. Dadurch können Bewegungsabläufe während der Untersuchung, insbesondere die Entleerung der Blase, genauer verfolgt werden.

Welche Form der Untersuchung eingesetzt wird und wie sie im Einzelnen durchgeführt wird, hängt von der jeweiligen medizinischen Fragestellung ab.

Warum wird dafür ein Katheter benötigt?

Das Kontrastmittel muss in die Harnblase gelangen, damit sie bei der Röntgenuntersuchung sichtbar gemacht werden kann. Der Katheter stellt dafür den Zugang zur Blase her.

Das Einführen des Katheters erfolgt durch die Harnröhre. Dieser Vorgang kann unangenehm oder schmerzhaft sein. Auch die zunehmende Füllung der Blase kann mit Druck, Harndrang oder Schmerzen verbunden sein.

Wie eine Person diese Vorgänge empfindet, kann sehr unterschiedlich sein.

Medizinische Untersuchung und persönliches Erleben

Eine Untersuchung kann aus medizinischer Sicht begründet gewesen sein. Daraus folgt nicht automatisch, dass ein Kind sie als harmlos oder nicht belastend erlebt.

Umgekehrt kann eine Untersuchung für ein Kind traumatisch erlebt worden sein, ohne dass ich daraus ableiten kann, dass die Untersuchung medizinisch nicht notwendig gewesen wäre.

Ebenso möchte ich nicht behaupten, dass jede Person eine solche Untersuchung auf dieselbe Weise erlebt.

Ein medizinisch begründeter Eingriff kann für einen Menschen trotzdem eine sehr belastende oder sogar traumatisierende Erfahrung sein.

Gerade bei Kindern können dabei Fragen eine Rolle spielen, die über die eigentliche medizinische Untersuchung hinausgehen.

Die folgenden Fragen sind ein wichtiger Teil dessen, was ich sichtbar machen möchte.

  • Wurde ausführlich erklärt, was passieren wird?
  • Wurde die Angst des Kindes wahrgenommen?
  • Wie wird auf Schmerzen reagiert während der Untersuchung?
  • Kann oder konnte das Kind Fragen stellen?
  • Wurde ihm vermittelt, was mit seinem Körper geschieht?
  • Hatte und hat das Kind das Gefühl, dass seine Wahrnehmung ernst genommen wird?